Erzähl mal …

Erzähl mal …
So bleiben Großeltern und Enkel in virtuellem Kontakt
 
Mittlerweile hat sich die Information verbreitet: Ältere Personen sollen das Zuhause nicht verlassen, um sich gesundheitlich nicht durch Ansteckung zu gefährden. Auch die Kinder müssen drin bleiben, denn der Kontakt zu ihnen ist für die Großeltern zum Ansteckungsrisiko geworden. Das bringt Unsicherheiten und auch Traurigkeit mit sich, denn der persönliche Kontakt soll empfohlenerweise nun nicht nur eingeschränkt, sondern sogar komplett eingestellt werden. Dass dies den meisten Menschen nicht leicht fällt, ist verständlich. In vielen Familien ist der Kontakt zwischen Enkeln und Großeltern intensiv und so leiden alle Beteiligten, wenn es keine Umarmungen, Begrüßungsküsse und Kuscheleinheiten geben kann.
 
Doch wir haben in dieser Zeit einen enormen Vorteil: Skype & Co machen es möglich, miteinander in Kontakt zu treten, ohne einander persönlich gegenüber zu sitzen. So also beide Seiten online sein können, steht dem regen Austausch nichts im Wege. Erfahrungsgemäß wird dieses Medium auch in Familien gerne genutzt – die Frage ist nur, wie lange es (vor allem jüngeren Kindern) Spaß macht. Denn nach dem üblichen Austausch (Wie geht es dir? Was hast du heute gemacht? Hast du gut geschlafen?) gibt es ja meist nicht so viel Neues zu berichten. Dazu kommt, dass Kinder sich nicht rein kognitiv mit anderen Menschen austauschen wollen, oder kurzum ausgedrückt: Das Frage-und-Antwort-Spiel wird schnell langweilig.
 
Was also tun?
Wie wäre es, sich für den Online-Austausch vorab schon ein paar Ideen einfallen zu lassen, die Abwechslung und Spannung ins Gespräch bringen?
 
Hier habe ich ein paar Inspirationen aufgelistet -  Vorschläge, wie der Austausch gestaltet werden kann.
 
Jour fixe
Routine hilft beiden Seiten: Jeden Tag zur gleichen Zeit – und für die ungefähr gleiche Dauer – findet der Online-Austausch statt. So muss niemand auf seine Lieblings-Fernsehsendung oder andere liebgewonne Gewohnheiten verzichten. Routine gibt immer auch eine gewisse Sicherheit. Beide Seiten können sich auf den Termin freuen, darauf hinarbeiten.
 
Erzähl mir von früher
Oma/Opa wählt fürs Gespräch jeweils ein altes Foto aus dem Familienalbum und erzählt die dazugehörige Geschichte. Das kann das Hochzeitsfoto der Urgroßeltern sein, vielleicht ein Bild aus der eigenen Schulzeit, vom ersten gemeinsamen Urlaub an der Adria oder vom große Geburtstagskuchen von Tante Rosis Feier. Wenn es tatsächlich nur bei ein, zwei Fotos pro Tag bleibt, ist die Aufmerksamkeit der jüngeren Generation viel eher gegeben, als beim mitunter langwierigem Durchblättern eines ganzen Albums. Durch den Zeitrahmen bleibt es also „kurz und knackig“ und macht Lust auf mehr – für beide Seiten.
 
Ich zeichne dir was
Die meisten Kinder zeichnen gerne und drücken sich auch gerne über Gezeichnetes, Gemaltes, Gestaltetes aus. So kann ein eigener Zeichenblock – zum Beispiel in Form eines Kalenders – täglich gestaltet werden: „Jeden Tag ein Bild von mir für dich“ (Ich zeichne dir meinen Traum auf. Das habe ich heute gemacht. Das wünsche ich mir. etc.). Das so geschaffene Werk kann das Kind herzeigen, dazu erzählen, das Bild beschreiben. Selbstverständlich darf das nie zum Zwang werden: Kreativ-Sein soll immer freiwillig sein und Freude machen. Doch so manch einer fühlt sich angespornt und kreativ eingeladen, wenn es dazu einen entsprechenden äußeren Präsentationsahmen gibt (Das zeig ich nachher der Oma), eine „Be-Achtung“ des Geschaffenen. Jeder Mensch will gesehen werden – Kreativität und der Austausch darüber ist dazu eine gute Gelegenheit.
 
Spannung halten
Fast alles Großeltern haben daheim ein Geschichtenbuch, manchmal ist es vielleicht sogar ein Buch aus früheren Zeiten. So kann jeden Tag „live“ vorgelesen werden, die Großeltern lesen vielleicht abends die Gute-Nacht-Geschichte via Bildschirm vor. Für jüngere Kinder eigenen sich kurze Geschichten, da deren Aufmerksamkeitsspanne naturgemäß noch nicht so lange ist. Für ältere Kinder jedoch ist es spannender, wenn die Geschichte in Etappen vorgelesen oder erzählt wird – erst am nächsten Tag geht es weiter. Wir kennen das vom Fernsehen: Wenn es am spannendsten ist, kommt garantiert die Werbeunterbrechung.
 
Gemeinsam fit
Durch das Daheim-Sein werden wir alle ein wenig träge, wenn wir nicht schon von vornherein daran gewohnt sind, Sport zu betreiben. Das ist nicht wirklich gesund, das wissen wir alle - und es betrifft aktuell mehr als sonst Alt wie Jung gleichermaßen. Warum also nicht gemeinsam was für die Gesundheit und Fitness tun? So kann jeden Tag eine gemeinsame (einfache) Bewegungseinheit gemacht werden. Es gibt viele sinnvolle Übungen, die im Sitzen oder Stehen absolviert werden können. Das macht gemeinsam einfach mehr Spaß! Ältere Kindern können das „Programm“ dafür täglich zusammenstellen und die Großeltern dazu einladen, mitzumachen. Das Planen und Recherchieren dazu stärkt das Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein der Kids enorm. Und gemeinsam Bewegung machen ist allemal lustiger.
 
Rätselnuss
Kinder lieben Scherzfragen und Rätsel und geben sie sich mit Freude untereinander auf. Damit kann Oma/Opa jetzt punkten: Jeden Tag gibts eine zu knackende Rätselnuss, vielleicht auch mal zwei. Die Auflösung dazu wird aber erst am Tag darauf präsentiert. Spaß und Spannung ist so immer mit dabei, jedoch ist bei der Auswahl der Rätsel darauf zu achten, dass einerseits eine gewisse Herausforderung für die Kinder gegeben ist, sie aber andererseits auch eine reale Chance haben das Rätsel tatsächlich zu knacken! („googeln nicht erlaubt“). Übrigens: Was ist ein Seeräuber, der sich niemals wäscht und auch keine Zähne putzt? Ein Meerschweinchen ;)
 
Ich hoffe, ich konnte ein paar Inspirationen füreinander geben und euch einladen, den virtuellen Kontakt spannend zu gestalten. Wenn ihr mir dazu was mitteilen wollt, freue ich mich über Zuschriften hier über die Website oder/und über den Austausch dazu in der eigens gegründeten facebook-Gruppe: "Kinderspielideen für daheim - gemeinsam spielend durch die Corona-Quarantäne" unter www.facebook.com/groups/kinderspielideen
 
Liebe Grüße - und eine gute Zeit mit euren Lieben (ob im "real life" oder "virtuell"),
Verena aus der familybox
(derzeit ebenfalls in homeoffice mit Mann, 2 Kindern und 2 Hunden)

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